Von Kindern, Indiebands und Fickscheiße
Neulich in der U-Bahn auf dem Weg zum Reeperbahnfestival hörte ich unfreiwillig ein Gespräch zweier Jungs im Alter von etwa 10 – 12 Jahren mit. Sie sprachen von Bands wie Fickscheiße und Bambipunk. Das ließ mich aufhorchen. “Ey, Crystal Castles ist meine absolute Lieblingsband im Moment”. Sprich Bands, die man in dem Alter eigentlich nicht kennt. Nichtmal die meisten Menschen in meinem Alter ;). Totale Newcomer oder Underdogs eben, die auch nicht so eingängig sind, dass man in dem Alter Zugang zu findet.
Ich drehte mich um, um zu sehen wie alt die Typen sind, denn sie klangen sehr jung und war überrascht. Sie sahen aus als kämen sie direkt von der Insel. Enge Hosen, Lederjacke, spitze Lederschuhe, wie sie jetzt jede Indieband trägt, Nietengürtel, Buttons. Und wie gesagt höchstens 12 Jahre alt. Sie stiegen dann auch an der U-Bahn-Station St. Pauli aus und liefen Richtung Reeperbahn. Ob sie auch zum Festival unterwegs waren? Ich werd es nie erfahren. Im Molotow, wo der neueste heiße Scheiß aus Cool Britannia spielte, tauchten sie jedenfalls nicht auf.
Jetzt stellt sich mir die Frage, wo das noch enden soll, wenn heute schon Kinder Indie hören? Wie auch beim Wombats-Konzert gesehn. Da ist ein höchstens 12-jähriger gecrowdsurft. Da wünscht man sich doch still und heimlich Tokio Hotel zurück … Wo sind die eigentlich wenn man sie braucht?







